Bye bye Winter-Blues

 
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Im Ayurveda unterteilt man die Jahreszeiten in sechs Phasen. Der frühe Winter «Hemanta Ritu» beginnt im Oktober und endet im Dezember. Vielleicht bemerkt ihr, dass ihr jetzt viel mehr Hunger und Appetit habt als sonst. Das ist völlig normal, denn unser Verdauungsfeuer Agni ist jetzt viel stärker als sonst.

Die Ayurvedis erklären, dass der Kontakt mit kaltem Wind das Agni in Gang hält. Für mich logischer und etwas verständlicher ist, dass unser Körper in der kalten, trockenen wie windigen Vata-Jahreszeit einfach mehr Nahrung braucht, um sich zu schützen. Daher sollten wir unsere Kraftreserven für den Winter aufbauen und dazu dürfen wir jetzt ruhig zu mehr reichhaltigerem Essen und sogar öligeren Speisen greifen: damit meine ich aber gesunde Fette wie Olivenöl, Ghee, qualitative Bio-Butter oder andere wertvolle Öle. Auch etwas mehr süsse, salzige und saure Nahrungsmittel darf man jetzt vermehrt essen. Das ist jetzt aber nicht ein Freipass, um dir die ganze Sprüngli-Pralinenschachtel einzuverleiben. Ich gebe meist nach der Garzeit von einem Risotto, Curry oder Dahl-Gericht am Ende noch einen Esslöffel Olivenöl oder Ghee dazu. Falls du aber genau jetzt noch unbedingt ein paar Pfunde abnehmen möchtest, dann würde die frühe Winter-Jahreszeit, in welcher unser Metabolismus sehr aktiv ist, dein Ziel sogar unterstützten.

Doch auch bei einer Diät, wäre viel Wärme wichtig: Hier also eher auf überschüssige Kohlenhydrate verzichten, dafür mehr leckeres grünes, warmes Gemüse essen. Ab der letzten Dezemberwoche beginnt nach Ayurveda der späte Winter «Shishima Ritu». Jetzt ist der Abbau von Körpergewebe gestoppt. Dies macht der Körper, um sich vor Kälte und Auszehrung zu schützen. Das heisst, es ist unsinnig gleich nach den Festtagen eine Diät zu beginnen. Dies sollte man bis in den Februar aufschieben.

Hier folgen weitere Winter-Tipps:

 
  • Laut Ayurveda-Altmeister Vasant Lad ist die ideale Aufwachzeit jetzt 7.00 Uhr

  • Beginne deinen Tag mit den Selfcare-Routinen: Trinke ein Glas warmes Zitronenwasser auf leerem Magen, danach Ölziehen (Gandusha) mit 1 El Sesamöl, reinige die Zunge mit dem Zungenschaber, spüle die Nase mit dem Netikännchen, reibe etwas Nasyaöl in die Nase ein. Setzt dich jetzt zehn Minuten für eine Meditation hin oder führe deine Pranayma-Praxis aus. Wer mehr Zeit hat, fliesst durch drei Sonnengrüsse.

  • Damit du innerlich gewärmt bleibst, empfehle ich dir über den Tag verteilt warmes Wasser zu trinken. Verzichte jetzt möglichst auf kalte Getränke. Wieso nicht eine Thermosflasche mit warmen Ingwertee mit ins Büro nehmen und immer wieder einen Schluck davon trinken.

  • Schenk dir regelmässige Ölmassagen. Zürich hat ein unglaubliches Angebot an Massagen. Für Ayurveda-Massagen empfehle ich Franz Reichle von Herzen. Im Yogastudio Sanapurna gibt es ebenfalls ein therapeutisches Zentrum, das Ayurveda-Massagen anbietet. Oder du richtest dich zu Hause ein und gönnst dir selber eine Abhayanga-Massage. Wie das geht und was du alles brauchst, findest du in diesem Video heraus:  Ich empfehle dir diese Massage 1 x wöchentlich anzuwenden, besser sogar zwei Mal pro Woche. Bau diese in deine Abendroutine ein. Benutze Sesamöl oder Mandelöl, falls dich der Geruch von Sesamöl stört. Lass das Öl 30 Minuten einziehen und wickle dich in ein Frottétuch und Bademantel ein, beides solltest du nur für diesen Zweck verwenden, weil sich der Geruch vom Öl nur schwer rauswäscht. Schau, dass du während der Einwirkzeit nicht in Zugluft kommst. Nimm danach eine Dusche oder noch besser ein Bad. Wasche das Öl nicht mit Seife aus. Du wirst sehen, nach regelmässiger Anwendung wird sich deine Haut wunderbar befeuchtet wie geschmeidig anfühlen, dein Körper und Nervensystem wird robuster.

  • Empfohlene Nahrungsmittel sind jetzt: Nüsse, Samen, Trockenfrüchte, Fette (Butter, Öl, Ghee etc.) helfen einen stabilen Stoffwechsel zu erhalten. Buchweizen, Hirse und Vollkornbasmati sind die Go-To-Getreide. Erbsen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Spinat, Wirz, Rosenkohl sind die Gemüse, die dir gut tun. Im Gewürzkästchen solltest, du Kardamom, Kurkuma, Lorbeerblätter, Muskatnuss, Nelken, schwarzer Pfeffer, Zimt, Bockshornkleesamen und Hing «Stinkasant» bereit halten. Letzteres hilft dir, Linsengerichte ohne Blähungen zu verdauen. Man benutzt davon nur eine kleine Messerspitze!

  • Diese Gewürze unterstützen die Abwehrkräfte und helfen das Verdauungsfeuer zu fördern. Sie sind ideal für deine Currys und Dhal-Gerichte. Aber du könntest dir auch eine heisse Abendmilch machen und Zimt, Muskatnuss und Kardamom mit einer Prise Vanille und Safran kombinieren und kurz aufkochen. Danach schläfst du wie ein Bär.

  • Unterstütze deine Abwehrkräfte mit der zusätzlichen Einnahme von Vitamin D und einem Teelöffel des ayurvedischen Fruchtmus Chyavanprash. Mit letzterem kannst du deinen Vitamin C-Haushalt auf Vordermann bringen. Hauptbestandteil ist die Frucht Amalaki, die einen ausserordentlich hohen Anteil an Vitamin C enthält. Dieser wird auch während des Kochprozess des Mus nicht zerstört.

  • Gegen den Winterblues helfen auch Kleider in wärmenden Farbtönen – das Spektrum von Orange, Rot und Pink – anstatt immer nur Schwarz.

  • Ätherische Öle wie Bergamotte, grüne Mandarine, Grapefruit, Zitronengras oder Orange helfen, die Stimmung natürlich zu heben. Stelle dir selber eine Mischung zusammen und gib alles in dein Duftlämpchen oder Diffuser.

  • Last but not Least; pack dich warm ein. Unsere Grosis wussten ja schon, dass wir vor allem unseren Kopf in eine Wollkappe hüllen sollten, weil über das Haupt am meisten Wärme verloren geht.

 

Komm gut durch den Winter...

Love Isi

 

Quellen: «Selbstheilung mit Ayurveda», Vasant Lad und «Die ayurvedische Ernährung», Kerstin Rosenberg

 

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AyurvedaIsabelle Stüssi