Mindful Fall: Meine Herbsttipps

Der Herbst sei der Frühling des Winters, las ich ich kürzlich in einer Tageszeitung. Aus dieser Perspektive habe ich mir den alljährlichen Wechsel vom Sommer in den Herbst noch gar nie überlegt. Wenn ich jedoch an die Farbenpracht im Wald denke, die mich letzte Woche auf dem Üetliberg ins Staunen brachte, macht es eigentlich Sinn.

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Doch trotz warmen Temperaturen und Sonnenschein hat sich die letzten Tage innerlich etwas verschoben, man kann es Wehmut nennen, Melancholie oder «Saudade». Diese kleine Sehnsucht nach dem «Endless Summer», die leider nie eingelöst wird und die Realität, dass sich immer alles ändert und in Veränderungen begriffen ist. Auch in meinem Umfeld habe ich die Menschen anderes wahrgenommen. Sie wirkten angekratzter als sonst, ungeduldiger.

Aus Sicht des Ayurveda ist dies alles nicht weiter erstaunlich. Der Herbst – oder Sharada Ritu auf Sanskrit kann Stimmungsschwankungen auslösen, aber auch die ersten Erkältungen und grippalen Infekte mit sich bringen. Während der frühe Herbst von Pitta dominiert ist, zeigt sich gerade jetzt im späten Herbst, das von der Natur provozierte Vata-Dosha.

Vata ist in seiner Essenz das Bewegungsprinzip. In seiner Qualität ist es trocken, kalt, leicht, rau und beweglich. Pitta hingegen ist heiss, scharf, etwas flüssig, sauer leicht ölig und ist in seiner Essenz das Umwandlungsprinzip.

Wenn restliche Hitze aus dem Sommer vorherrscht und mit Wind und Trockenheit in Verbindung kommt, sehen wir beispielsweise in der Natur wie die Blätter welken. Im Bezug auf den Körper passiert ähnliches: Die Haut spannt plötzlich mehr, das Nervenkostüm ist nicht sehr resistent, es kommt zu Schlafstörungen, die Verdauung wird unregelmässiger, Mittelohren-entzündungen oder Blasenentzündungen sind möglich. Im frühen Herbst können wir hingegen mit typischen Pitta-Störungen, wie beispielsweise mit brennenden Augen, Rötungen oder Entzündungen reagieren.

Dass genau diese Krankheiten vorherrschen hat damit zu tun, dass Vata auch im Körper seine spezifischen Sitze hat; unter anderem im Dickdarm, in der Beckenhöhle, im Kopf in den Knochen, in den Gehörorganen und auf der Haut. Wenn also Vata in der Natur steigt, mehren sich tendenziell auch die Vata-Krankheiten. Pitta hingegen sitzt unter anderem in den Augen, Magen, dem Dünndarm, der Leber, Milz und der Gallenblase.

Schau dir auch meine Winter-Tipps an... Move mindful into fall...

Love, isi


Auf was können wir achten...?

  1. Erden, erden und nochmals erden, meine Yogapraxis fahre ich diesen Tagen runter. Jetzt ist nicht die Zeit, um erhitzende Power-Yogaklassen zu besuchen. Ideal sind jetzt Yin-Yogaklassen, Restorative Yoga, Yoga Nidra und Übungen im Sitzen, Drehsitzhaltung für eine gesunde Verdauung und zur Unterstützung des Körpers bei den Entgiftungsprozessen.
     
  2. Nadi-Shodana: Alle die meine Klassen besuchen, wissen wie sehr ich Nadi-Shodana schätze. Diese für alle Yogalevels zugängliches Pranayam ist reinigend, besänftigend, ausgleichend. Sitze jeden Morgen oder Abend 5 Minute in Nadi-Shodana. Hier findest du eine Anleitung.
     
  3. Abhayanga: Die Selbstmassage aus dem Ayureda ist meine absolute Go-To-Selfcare-Practice, wenn mein Vata zu hoch ist oder ich müde und erschöpft bin. Ich erwärme in einem Wasserbad etwa 2 dl Sesamöl und trage es von Kopf bis zu den Zehenspitzen auf. Lasse es kurz einwirken und Dusche oder bade warm. Verzichte jetzt auf kühlendes Kokossnussöl.
     
  4. Kleiderfarben, die auf Vata beruhigen wirken sind Gelb, Orange und auch weiss. Ich vermeide es zu viel schwarz zu tragen. Warme Farben machen happy:)
     
  5. Mein Porridge koche ich jetzt vermehrt mit Reisflocken. Diese sind stärkend, aber nicht zu schwer verdaulich. Dazu gebe ich auch 1 El weisse Sesamsamen dazu. Sesam ist wärmend und ölig in seiner Qualität und stark Vata-besänftigend.
     
  6. Am Abend koche ich mit Wurzelgemüsen Currys und warme Suppen. Auch diese erden und wirken sich in der Verstoffwechslung süss aus, was wiederum Vata besänftig. Probier doch mein Curry-Rezept aus.
     
  7. Achte allgemein auf warme Speisen, vermeide Salate am Abend. Esse lieber leicht verdauliche Suppen, die trotzdem nährend sind. Nimm den Abendessen vor 21h ein.
     
  8. Stärke deine Verdauung mit Fencheltee oder mit dem CCF-Tea, der sich leicht mit deinen Küchengewürzen herstellen lässt. Er hilft das Verdauungsfeuer sanft anzufeuern, ohne es zu überhitzten ((Rezept)).
     
  9. Wenn du die Möglichkeit hast, lege dich nach dem Mittagessen für einen Powernap auf die linke Körperseite, stelle dein Smartphone auf 20 Minuten ein. Schlafe nicht länger als die 20 Minuten.
     
  10. Versuche um 22 Uhr ins Bett zu gehen.
     
  11. Einläufe mit Öl sind jetzt auch ideal, um Vata zu beruhigen. Dazu empfehle ich dir einen ayurvedischen Facharzt oder Therapeuten aufzusuchen.
     
  12. Ashwanganda ist ein ein wunderbares Heilkraut, dass ich jetzt zu meiner Stärkung einnehme. Frage deinen Ayureda-Arzt.

AyurvedaIsabelle Stüssi